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„Suchet der Stadt Bestes…“ | Kirchenkreis Egeln

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„Suchet der Stadt Bestes…“

„Suchet der Stadt Bestes…“ So lautet der Kernsatz eines Briefes, den der Prophet Jeremia im Auftrage Gottes seinem Volk in der Babylonischen Gefangenschaft schreibt. Als Begründung gibt er an: „…denn wenn es ihr (der Stadt, dem Gemeinwesen) gut geht wird es auch euch gut gehen.“

Diese mehr als zweitausendfünfhundert Jahre alten Worte sind seither grundlegend für das Engagement von Gläubigen für die Welt, in der sie leben, geworden.

An diesem Wochenende sind wir wieder aufgefordert, unsere Stimme bei der Wahl eines neuen Landtages und damit einer Regierung für Sachsen-Anhalt abzugeben. Die Einstellung dazu ist sehr verschieden. Ich kenne Leute, die sagen: warum soll ich da hingehen, es ändert sich ja doch nichts. Andere sagen: Ich wähle dieses Jahr XYZ. Ich will denen da oben mal einen Denkzettel verpassen. Wieder andere fragen: wen soll ich denn wählen? Keine der Aussagen im Wahlkampf oder auf den Plakaten überzeugt mich. Alles nur Allgemeinplätze oder stimmungsmachende Parolen. Welcher Partei kann ich vertrauen, wenn bisher keine ihre vollmundigen Versprechungen wahr gemacht hat?

Verständlich ist das alles. Doch es darf kein Grund für nichtwählen oder protestwählen sein.

Wir haben eine Verantwortung für die Welt, in der wir leben. Die können wir nicht auf andere abschieben oder durch nichtwählen aufgeben. Zu groß ist die Gefahr, dass dadurch gerade die gestärkt werden, die mit einfachen und platten Antworten und Konzepten meinen, alles was nicht gut ist, besser machen zu können. Gerade in Deutschland hat das in der Geschichte verheerende Folgen gehabt.

Woran aber kann ich mich orientieren, wie kann ich zu einer guten und begründeten Entscheidung kommen? Der am Anfang zitierte Satz gibt uns ein Kriterium an die Hand. Suchet nicht nur das Beste für euch oder die kleine Gruppe, in der ihr lebt. Sucht das Beste für die ganze Stadt, das Land- und heute muss man wohl auch sagen- die ganze Welt. Unsere Welt ist kleiner geworden. Uns kann es nur gut gehen, wenn es auch den nahen und fernen Mitmenschen gut geht. Das gilt für das Miteinander vieler unterschiedlich kulturell und religiös geprägter Menschen. Das gilt auch für die weltweit verflochtenen wirtschaftlichen Beziehungen und erst recht im Hinblick auf die Erhaltung unserer Umwelt und damit unser aller Lebensgrundlagen. Sicher – die zur Wahl stehenden Parteien setzen da unterschiedliche Schwerpunkte. Ohne Kompromisse wird es bei den sicher wieder notwendigen Koalitionsverhandlungen nicht gehen. Wer aber meint Politik auf Kosten anderer machen zu können oder mit Programmen wirbt, die Menschen ausschließen, diskriminieren oder abwerten, der sollte unsere Stimme nicht bekommen. Das gleiche gilt für Konzepte, die rückwärtsgewandt sind. Früher war nicht alles besser. Allenfalls war es anders. Wir brauchen für die aktuellen Probleme aber neue Lösungen. Und wo wir die nicht oder noch nicht haben die Bereitschaft, uns gemeinsam auf den Weg zu machen. Die Frage lautet also: Wem trauen wir zu, gemeinsam mit anderen unsere Zukunft zu gestalten. Als Glaubende tragen wir dabei eine besondere Verantwortung. Wir wissen darum, dass diese Welt nicht uns, sondern Gott gehört. Von Beginn an hat uns Gott in die Welt hineingestellt, um die Erde zu bebauen und zu bewahren. Er ruft uns in die Verantwortung für die Welt und die Menschen. Er weiß auch darum, dass wir dabei Fehler machen und Irrwege gehen. Das war in der Geschichte so und die Gefahr besteht auch Heute. Durch die Vergebung der Schuld durch Jesus Christus aber ermöglicht er uns immer wieder neue Anfänge. Wählen gehen und sich entscheiden heißt unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen gerecht zu werden. Es gilt etwas aktualisiert weiter, was Jeremia seinem Volk einst schrieb: Wählt des Landes Bestes…denn wenn es dem Land wohl geht, wird es auch euch -und der Welt- gut gehen.